Kann man den Menschen, der uns mit Zinsen belastet,
noch als Bruder ansehen?
[ Silvio Gesell ]

27.12.2015

Lieber Leser,

ich unterstütze Sie dabei, die für Ihren ganz persönlichen "Bank-Einbruch" nötige Entschlusskraft aufzubauen. Ohne hinreichenden Antrieb würden Sie Ihren Allerwertesten möglicherweise zu spät erheben. Keine Angst, es ist für Sie ungefährlich und Sie können vorerst da sitzenbleiben, wo Sie gerade sitzen – vielleicht macht er Ihnen ja sogar Spaß, der legale "Bank-Einbruch".

"Das wird hier wohl eher Panikmache, die Banken werden doch gerettet..."

Sind Sie sich da sicher? - Oh, schon der erste Besucher.

Klar werden die gerettet!

Nein, ich meinte, dass die Banken gerettet werden.

Wer denn sonst?

Der Zins der Sparer der Banken, mit freundlicher Unterstützung der Banken. Neuerdings sogar die verzockten Guthaben selbst.

creutz110b

Auch gut!

Sind Sie sich da sicher?

Was sollte daran schlecht sein?

Sie müssen dieses Geld bezahlen.

Ich?? Das hieße ja, ich müsste mein eigenes Geld retten, haha...

Nicht nur ihr eigenes - oder sind Sie etwa Millionär oder Milliardär?

Sehe ich so aus? Ich rette doch nicht der reichen Leute Geld!

Deren Zinsen haben Sie die ganze Zeit schon gerettet.

Ich? Wie denn? Die paar Zinsen, das kann doch außerdem nicht der Rede wert sein, sonst hätte ich das doch merken müssen.

Immerhin ein dreistelliger Milliardenbetrag pro Jahr, der Zinsanteil an den Lebenshaltungskosten liegt inzwischen bei über 40 Prozent. Sauber versteckt in allen Preisen, so dass Sie kaum eine Wahl haben. Und alle Sparguthaben steigen dadurch exponentiell an, die darauf fälligen Zinsen damit auch.

?!?!?

Sind Sie noch da?

Nimmt man mich etwa aus, ohne dass ich's merke? Das wäre ja...

...die perfekte Ausbeutung?

Allerdings - aber das darf doch nicht...

Sie erwirtschaften der reichen Leute Zins, weil Sie weniger Zinsen erpressen können als jene, weil Sie weniger Geld auf der Bank haben als jene. Sie sind der Großsparer regelmäßige Einkommensquelle, ohne dass diese dafür einen Finger krumm zu machen brauchen. Allerdings haben Sie auch weniger Geld auf der Bank zu verlieren als jene, was heutzutage ein gewisser Vorteil ist...

Wie komme ich da raus? ... Ich brauche mehr Geld! Oder ich arbeite nicht mehr, zahle keine Steuern mehr und kaufe nichts mehr! - Das geht aber nicht.

Natürlich nicht, Sie sind doch derjenige, der das Geld retten muss!

Die Regierung soll es tun, ich bin doch kein Sklave!

Was meinen Sie, wo die Regierung das Geld hernehmen wird?

Von mir nicht! Sollen sie's meinetwegen neu drucken!

Das darf nur die Zentralbank - aber es kommt auf das Gleiche hinaus. Entweder Sie zahlen es direkt per Steuer oder indirekt durch Preiserhöhungen infolge höherer Zinslasten nach weiterer "Schuldenaufnahme". Ihr Geld kriegen die auf irgend eine Weise. Apropos Ihr Geld: Belasten auch Sie damit andere Menschen durch Zinsen?

Sie meinen, ob ich Zinsen bekomme? Etwas schon...

Fällt Ihnen dabei vielleicht etwas auf?

Nun ja, - bin ich dadurch ein Unmensch?

Vielleicht sind Sie ja auf dem Wege, ein Mensch zu werden.

Verdammt, ich tue ja das Gleiche wie die Millionäre, nur in kleinem Stil. Wie ist das möglich?

Es liegt nicht an Ihnen, und auch nicht den Millionären. Schuld hat das Geld selbst! Die Fähigkeit, den Zins zu erpressen, liegt in der Beschaffenheit unseres Geldes begründet - aber damit muss man sich nicht unbedingt abfinden.

Falls das stimmt, was könnte ich dann gegen dieses böse Geld tun?

Behalten Sie nur so viel wie unbedingt nötig davon und versilbern Sie den Rest - und lassen Sie dabei die grauen Herren der Bank aus dem Spiel. Setzen Sie sich für ein Geld ein, das den Menschen dient, statt sie auszubeuten.

Was für ein anderes Geld? Zunächst muss ich aber an mein Geld denken. Ich habe da eine Idee. Ich werde mein Geld nicht retten lassen, sondern selbst retten!

Und dann?

Ich werde mein Geld retten und gleichzeitig auf Zinsen verzichten!

Sie meinen, Sie werden freien Willens auf die Ausbeutung anderer verzichten und nebenbei auch noch Ihr Geld retten? Ein guter Plan!

Ich glaube, ich muss jetzt zur Bank. Aber was mache ich dann mit dem bösen Geld?

Das verrate ich Ihnen, wenn Sie zurück sind. Kommen Sie danach also wieder! Ich werde Ihnen dann auch noch erzählen, wie ein unschädliches Geld aussehen könnte - der hat's aber eilig...

...
...
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Haben Sie’s?

Ja, das hat vielleicht Nerven gekostet... - aber wohin jetzt damit?